Rauener Berge

Rauen und die Rauener Berge

Vor dem alten Museum im Berliner Lustgarten befindet sich die Große Granitschale im Lustgarten. Mit Ihrem Gewicht von etwa 75 Tonnen und einem Durchmesser von 6,91 Metern ist sie imposantes und vor allem symbolträchtiges Stück Handwerkskunst. Es handelt sich dabei um die größte aus einem einzelnen Steinblock gefertigte Schale und wird u.a. auch Biedermeierweltwunder betitelt. Nun hat diese Schale aber nicht nur kulturellen, künstlerischen oder preußisch historischen Wert, sondern auch eine Geschichte über Ihre Herkunft zu erzählen, vielmehr eine Legende über den Stein aus dem sie gemacht ist.

Der Granitblock gehört zu den Markgrafensteinen aus den Rauener Bergen in Brandenburg. Die Schale selbst wurde aus dem großen Markgrafenstein gefertigt. Rauen ist ein idyllischer kleiner Ort südlich Berlins. Etwa eine halbe Stunde Autofahrt von der Hauptstadt führt an einen Ort, an dem es mit dem Teufel zu sich ging/geht.

Vor allem am Markgrafenstein, so sagt man sich, war es noch nie wirklich geheuer. Viele Wandersleute oder Forstarbeiter machten gern einen großen Bogen um den Markgrafenstein. Ein jämmerliches Winseln und Schluchzen, so erzählt man sich, wird in der Nähe der riesigen Findlinge immer wieder vernommen. Zu Pfingsten wurde an vielen Orten in der Mark Brandenburg das Vieh von jungen Mägden auf die Weide getrieben. Die Kühe derjenigen Magd, die zuletzt das Vieh hinaustrieb, wurden mit einem bunten Kranz versehen, sie wurden zur sprichwörtlichen „Bunten Kuh“. Mit der bunten Kuh zurückzukommen war gleichbedeutend mit, mit großer Schande zurückzukommen.
So trug es sich zu, dass eine junge Müllerstochter die Zeit verschlief. Als sie ihre Kühe hinaustrieb waren die anderen jungen Frauen bereits auf der Weide. Die junge Frau war voller Scham und Verzweiflung und begann jämmerlich an zu weinen. Sie verwünschte sich selbst. Unweit der Weide hauste der Teufel im Markgrafenstein, seinem Schloss. Als die Müllerstochter ihre Verwünschung ausschrie war er gerade auf der Schlossspitze und erblickte das Geschehen.

Mit einem Donner und einem Grollen fuhr er hinunter zu Müllertochter, griff sie und bannte sie an sein Schloß im Markgrafenstein. Selbst der ihr versprochene junge Müllersbursche vermochte es nicht, sie aus dem Stein zu befreien. Noch heute soll man die tiefen Löcher finden können, die er mit seinem Hammer hineingeschlagen hat. Doch nicht nur der Hammer hat Spuren hinterlassen. Besonders an Pfingsten ist eine Wanderung durch die Rauener Berge mit seltsamen Geräuschen verbunden. Das Pfeifen der Winde durch den Wald trägt dabei oft auch ein ganz jämmerliches, weinerliches Geräusch mit sich, dass die Gram und das Leiden der jungen Müllertochter sein könnten.

Auch, wenn der Teufel sein Unwesen in den, Rauener Wäldern und Bergen getrieben hat, oder gerade weil, lohnt sich ein Ausflug.

Nach einer kleinen Wanderung durch den Wald kommt man recht schnell an den Markgrafenstein und bewundert, die kleine Lichtung auf der die Kolosse aus der Eiszeit liegen. Ein kleiner Fußweg an den Steinen vorbei führt zum Aussichtsturm in den Rauener Bergen, der mit seinen 209 Stufen zu einer Aussicht führt, die man so in Brandeburg eher selten bewundern kann. Zu Füßen des Aussicht-Genießers erstrecken sich die Landschaften rund um den Scharmützelsee, der See selbst, ein Blick Richtung Storkower See und bei guter Sicht sogar der Fernsehturm in Berlin. Wer keine Höhenangst hat und damit leben kann, dass das sehr stabile Stahlgerüst bei Wind leicht in Bewegung gerät, der kommt hier auf jeden Fall aus seine Kosten. Für gerade mal 1,- € verliert man sich im fast schon märchenhaften Märkischen Land. Die Belohnung für den Auf- und wieder Abstieg und die kleine Wanderung durch die Rauener Berge erhält man übrigens im Zentrum des Dorfes. Dort findet man in der Nähe der Hauptstraße ein kleines, unscheinbares aber feines Café , die „Oase“.  Für wenig Geld kann man sich hier ganz genüsslich selbstgemachten Schlemmereien.

Fazit: Rauen – ein Must do! Genießer und Sportfreunde kommen hier zu gleichen Teilen auf ihre Kosten.

Gastautor: Henry Schröder
Quellen: Wikipedia

  • Simone Brandt

    Sehr schu00f6ner Bericht und tolle Fotos! Passend zu Halloween gleich ein bisschen Gu00e4nsehaut beim Lesen der Geschichte der Mu00fcllertochter bekommen…

  • Epikureer

    Ein super Bericht. Da ich selbst schon da war, kann ich den Inhalt nur bestu00e4tigen. Neben dem Fernsehturm in Berlin kann man bei klarem Wetter auch die Cargohalle (Tropical Islands) in Brand (Landkreis Dahme-Spree) sehen.nnEine Empfehlung meinerseits ist mal den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang vom Turm zu beobachten,… ein Traum. Mit dem Partner zusammen und ein Glu00e4schen Sekt kann dies zugleich ein sehr romantischer Augenblick werden.